NETU Newsletter 02/2020

NETU Newsletter 02/2020

Vom Vorstandsvorsitzenden

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Mitglieder und Kooperationspartner,

ich begrüße Sie herzlich zur aktuellen Ausgabe unseres Newsletters.    

Wir sind alle Zeugen eines grauenvollen rechtsradikalen Terroranschlags in Hanau geworden. Wir gedenken in Schmerz und Demut den Menschen, die bestialisch aus dem Leben gerissen wurden. Möge unser Schöpfer ihrer Seelen gnädig sein und ihren Familien Kraft schenken. Wir gedenken auch den Verletzten und hoffen, dass sie baldmöglichst genesen werden.  

Es ist die traurige Realität unseres Landes und unserer Gesellschaft, dass sich der Rassismus und insbesondere die Islamfeindlichkeit vor dem Hintergrund des politischen Klimas der letzten Jahre zunehmend in Gewalt, Hass und Terror gegen Mitbürger aus unserer Mitte entlädt. Es ist auch eine Folge unserer gesellschaftlichen Verrohung. Rechtspopulisten und geistige Brandstifter, die im Deckmantel von Meinungs- und Pressefreiheit, Politik oder Kunst die Hetze in die Mitte unserer Gesellschaft tragen, haben eine gewaltige moralische Mitverantwortung an der Eskalation von Terror und Gewalt. Denn sie bieten den Nährboden, auf dem Hass und Feindschaft gegen bestimmte Gruppen unserer Gesellschaft wachsen und Verschwörungstheorien gedeihen.  

Es ist erschreckend zu beobachten, dass besonders türkeistämmige Menschen und ihre Betriebsstätten in den letzten Jahren zunehmend zur Zielscheibe des rechtsextremen Terrors geworden sind. Sind es doch gerade diese Menschen, die mit hunderttausenden Unternehmen eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte aufweisen und unsere Volkswirtschaft bedeutend mit ihrem Engagement bereichern. Umso mehr ist es an der Zeit, dass wir uns gemeinsam gegen jegliche Form von Hass, Hetze und Rechtspopulismus stellen. Dieser Terror ist nämlich ein Angriff auf uns alle. Es ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, unsere Demokratie und unsere Freiheit. Wir dürfen nicht zulassen, dass antimuslimischer Rassismus unsere Gesellschaft weiter vergiftet.  

Im Bewusstsein unserer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung als NETU, Netzwerk Europäisch-Türkischer Unternehmen, appellieren wir an unsere gemeinsame Pflicht, unsere Demokratie zu verteidigen und entschlossen jeglicher Form von Terror und Hass entgegenzustehen. Es ist unsere historische Verantwortung, die grundlegenden Menschenrechte als Errungenschaften unserer Zivilisation zu wahren und zu schützen.    

 

Im Sinne unserer sozioökonomischen Schlüsselrolle an wichtigen, gesellschaftlichen Schnittstellen führen wir sowohl auf der Bundesebene als auch in verschiedenen Teilen Europas unsere Kooperationen mit steigendem Engagement fort.  

Zum Jahresbeginn haben wir mit NETU NRW und NETU Südwest zwei weitere Netzwerke eröffnet und unsere Dienste ausgebaut. Ich bin zuversichtlich, dass wir unser Netzwerk im laufenden Jahr noch weiter ausbauen und um weitere Standorte ergänzen können.      

Um unser Netzwerk weiterhin zu stärken und den unternehmerischen Austausch unserer Mitglieder zu intensivieren, organisieren wir am 17. März in unserer NETU-Zentrale in Berlin unseren regelmäßigen „Mitglieder stellen sich vor“ Abend.  

In Zuversicht, dass Ihnen der Newsletter zusagt, wünsche ich Ihnen eine angenehme Lektüre.      

 

 

Ihr Veli Karakaya                                                                                                                                                             

 

  

 

NACHRICHTEN

 

Arbeitsmarkt: Die Hälfte der Geflüchteten hat einen Job

 

Unter den Geflüchteten, die seit 2013 nach Deutschland gekommen sind, ist rund jeder Zweite fünf Jahre nach seiner Ankunft erwerbstätig. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. "Die Arbeitsmarktintegration erfolgt damit etwas schneller als bei Geflüchteten früherer Jahre", so das Fazit. 

Die Forscher verglichen die Situation der seit 2013 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge mit Neuankömmlingen aus dem Zeitraum von den frühen Neunzigerjahren bis 2013. Von den früher eingetroffenen Flüchtlingen waren demnach 44 Prozent nach fünf Jahren erwerbstätig. 

Sie hätten zwar günstigere Voraussetzungen hinsichtlich Sprache, Bildung und Ausbildung gehabt, führten die IAB-Forscher aus. Damals sei aber die allgemeine Arbeitslosigkeit deutlich höher gewesen als heute und das Beschäftigungswachstum viel geringer. "Zudem wird seit 2015 deutlich mehr in Sprach- und andere Integrationsprogramme für Asylbewerber und anerkannte Geflüchtete investiert als es damals der Fall war", erklärten die Experten.

Unter den Erwerbstätigen der seit 2013 eingetroffenen Geflüchteten gehen der Studie zufolge 68 Prozent einer Vollzeit- oder Teilzeiterwerbstätigkeit nach, 17 Prozent machen eine bezahlte Ausbildung und drei Prozent ein bezahltes Praktikum. Zwölf Prozent sind demnach geringfügig beschäftigt.

 

Weitere Informationen finden Sie unter dem folgenden Link:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/fluechtlinge-in-deutschland-jeder-zweite-hat-fuenf-jahre-nach-ankunft-einen-job-a-2c332bf3-2fdd-4830-921d-927ef26e633c

 

 

 

Türkei: Zentralbank senkt Leitzins weiter

Erneut hat die türkische Zentralbank den Leitzins gesenkt. Inzwischen liegt die Inflationsrate wieder über dem Zinssatz.  

Die türkische Zentralbank hat erneut die Zinsen gesenkt. Der Schlüsselzins fiel um 0,5 Prozentpunkte auf 10,75 Prozent. Es ist die sechste Zinssenkung in Folge. Analysten hatten den Schritt mehrheitlich erwartet. Entsprechend reagierte die türkische Lira nicht besonders stark auf den Zinsschritt.    

In diesem Jahr hat die Notenbank ihre Geldpolitik schon zum zweiten Mal gelockert. Seit Mitte 2019 hat sie ihren Zins, ausgehend von 24 Prozent, mehr als halbiert. Hintergrund dieses Kurses ist eine rückläufige Inflation und eine Erholung der Lira. Die geringeren Zinsen sollen die Wirtschaft ankurbeln.  

Fachleute warnen jedoch vor einer zu lockeren Geldpolitik, da die Inflation zuletzt wieder gestiegen ist. Weil die Inflationsrate mit rund zwölf Prozent mittlerweile wieder über dem Leitzins liegt, ist der reale Leitzins negativ. Dies kann das Wirtschaftswachstum stimulieren, kann aber auch die Lira wieder in Bedrängnis bringen.    

 

Weitere Informationen finden Sie unter dem folgenden Link:  

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/tuerkische-zentralbank-setzt-zinssenkungskurs-fort-a-51adcac7-7b4d-4d31-904d-e35d868b3369 

 

 

  

BDI-Studie: Deutschland bei Innovationskraft auf Platz vier

Deutschland droht bei Innovationen den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren. Das zeigt ein Ranking im Auftrag des Industrieverbands BDI.  

Im Innovationsindikator 2020 des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) kommt Deutschland unter den innovativsten Volkswirtschaften hinter der Schweiz, Singapur und Belgien zwar immer noch auf Platz vier. Wirtschaftlich schneidet es auch besser ab als 2019.  Grund zur Sorge gibt es insgesamt dennoch, denn der Index bildet mithilfe von Indikatoren die gesamte Breite eines Innovationssystems ab. Und in den vier anderen neben der Wirtschaft untersuchten Bereichen Wissenschaft, Bildung, Staat und Gesellschaft war die Entwicklung demnach weniger positiv.    

Insgesamt lässt sich der Studie zufolge seit 2014 ein Abwärtstrend der Dynamik deutscher Innovationen beobachten. Anders als flächenmäßig kleineren Ländern fehlt es Deutschland laut der Studie zudem an Offenheit gegenüber ausländischen Technologien.  

"Deutschlands Innovationsdynamik droht ins Mittelfeld zu rutschen", sagte BDI-Präsident Dieter Kempf. Deutschland verliert laut Studie etwa im Bereich Wissenschaft, exzellente Forschung müsse daher stärker gefördert werden.  

In Deutschland dürfte mangelnde Innovationsfähigkeit vor allem kleine und mittlere Unternehmen treffen. Das hatte vor Kurzem eine repräsentative Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergeben.    

 

Weitere Informationen finden Sie unter dem folgenden Link:  

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bdi-innovationsindikator-der-fortschritt-tritt-in-deutschland-auf-der-stelle-a-a5dd5c0a-0656-4495-9395-fdf3a3f3f831

 

 

 

   

Studie: Deutscher Mindestlohn bleibt hinter anderen EU-Staaten zurück  

Deutschland ist die führende Wirtschaftsnation der EU - doch bei der Lohnuntergrenze landet es nur im oberen Mittelfeld: In vergleichbaren Staaten Westeuropas ist der Mindestlohn durchweg höher.  

Zum Jahresbeginn ist der Mindestlohn in Deutschland gestiegen - um 16 Cent auf nun 9,35 Euro pro Stunde. Damit liegt die Lohnuntergrenze in Deutschland auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau: In einer Rangliste von sieben westeuropäischen Staaten mit einem gesetzlichen Mindestlohn liegt Deutschland auf dem letzten Platz. Das geht aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor.    
 
Insgesamt konstatiert das WSI aber einen EU-weiten Trend zu einer deutlichen Stärkung von Mindestlöhnen. "2020 könnte in Europa das Jahr des Mindestlohns werden", heißt es in dem Mindestlohnbericht des Instituts. Denn die EU-Kommission habe erstmals die Initiative ergriffen, um überall in Europa armutsfeste und existenzsichernde Mindestlöhne durchzusetzen.  
 
Dennoch gehört die Bundesrepublik klar zur Spitzengruppe innerhalb der EU. Das Mittelfeld wird von Spanien angeführt. Ganz am Ende der EU-Rangliste liegt Bulgarien.    
 
 
Weitere Informationen finden Sie unter dem folgenden Link:
 

 

 

 

Graphik des Monats

Laut dem Verfassungsschutzbericht von 2018 erhöhte sich im Jahr 2018 die Zahl rechtsextremistischer fremdenfeindlicher Gewalttaten um 6,1 Prozent und lag bei 821 (2017: 774 Delikte).

Quelle:

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat: Verfassungsschutzbericht 2018, S. 26.

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=2ahUKEwj8m-We3ujnAhWPsaQKHb8WDPkQFjABegQIAxAB&url=https%3A%2F%2Fwww.verfassungsschutz.de%2Fdownload%2Fvsbericht-2018.pdf&usg=AOvVaw0NBibhyoySYCyXLNdlXUfG

 

 

 

BÖRSEN & WÄHRUNGSKURSE

 

1 EUR = 6,6855 TRY      25/02/2020
 

1 EUR = 1,0884 USD      25/02/2020

 

 

Istanbul Stock Exchange 100 / 3 Monate

                       https://www.finanzen.net/index/ise_100 

 

DAX 30 Chart / 3 Monate

                     https://www.finanzen.net/index/dax

 

Zitat des Monats

 

„Wo Liebe wächst, gedeiht Leben. Wo Hass aufkommt, droht Untergang.“

Mahatma Gandhi

 

Cartoon des Monats