NETU Newsletter 04/2020

NETU Newsletter 04/2020

Vom Vorstandsvorsitzenden

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Mitglieder und Kooperationspartner,

 

ich begrüße Sie herzlich zur aktuellen Ausgabe unseres Newsletters und wünschen Ihnen einen besinnlichen Ramadanmonat.

Die COVID-19-Pandemie hat weltweit zu erheblichen, gesellschaftlichen Einschnitten geführt und gefährdet die Existenz und die Wirtschaftlichkeit zahlreicher Unternehmen in diversen Branchen. Neben Existenzängsten und Unsicherheit bestehen zahlreiche Fragen zu den Fördermöglichkeiten, Steuern und arbeitsrechtlichen Angelegenheiten.

Als Unternehmerverband ist für uns die wirtschaftliche Stärke unserer Mitgliedsunternehmen von primärer Bedeutung. So hat NETU seit Beginn der Krise eine Informationsplattform errichtet, um alle Unternehmen umfassend beraten und unterstützen zu können. Alle Informationen rund um Fragen, Entwicklungen und Förderungen in der Corona-Krise wurden auf dieser Plattform erörtert.

Ergänzend dazu haben die NETU-Filialen am 21. April mit einem Expertenteam aus Fachanwälten für Arbeitsrecht, Steuerberatern, Unternehmensberatern und Wirtschaftswissenschaftlern eine bundesweite Online-Videokonferenz angeboten, um allen Informationsdefiziten von Unternehmen in der aktuellen Situation nachzugehen. Unter dem Motto “Unternehmen in der Corona-Krise” kamen interessierte Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet in der Konferenz zusammen.

Zudem hat NETU zur Abklärung existierender Fragen und Problemstellungen und zur Evaluation des wirtschaftlichen Zustands eine Telefonumfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt, deren Informationen auf einer wissenschaftlich-empirischen Grundlage fungieren. Die Ergebnisse können Sie jederzeit auf unserer Webseite abrufen.

In Zuversicht, dass Sie alle diese Zeiten wirtschaftlich aber insbesondere gesundheitlich mit ihren Familien und Nächsten bestens überstehen, wünsche ich Ihnen eine angenehme Lektüre.

 

Ihr Veli Karakaya                                                                                                                                                             

 

  

 

NACHRICHTEN

 

Deutschland meistert die Coronakrise besser als andere Länder

 

Mehrere Faktoren stimmen optimistisch, dass die deutsche Wirtschaft besser als andere Volkswirtschaften durch die schwerwiegende Coronakrise kommt. Nicht nur das Gesundheitssystem und  die Politik funktionieren. Auch agieren Unternehmen im Krisenmodus mit Augenmaß. 

Das hiesige Gesundheitssystem ist leistungsstark, kann auch die schweren Corona-Fälle bislang behandeln und verfügt sogar noch über einen signifikanten Puffer.

Die Bundesregierung und Bundesländer haben zeitnah und entschlossen ein umfangreiches Hilfspaket entwickelt. Im Vergleich zu anderen Ländern kann sich Deutschland aufgrund seiner Haushaltssanierung der vergangenen Jahre die Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft am ehesten leisten.

Im aktuellen Krisenmodus ist die deutsche Unternehmenskultur von großem Vorteil. In den meisten Firmen stehen Management und Belegschaft nicht in Konkurrenz. Das Wir-Gefühl und die Auffangmechanismen sind ausgeprägter als in anderen Ländern, was dazu führen kann, dass die Arbeitslosigkeit neben der Kurzarbeit nicht zu stark ansteigt. Die von der Bundesregierung geschnürten Rettungspakete verschaffen den Unternehmen Luft zum Atmen. 

Viele deutsche Unternehmen haben von den vergangenen zehn guten Jahren profitiert und Finanzreserven aufgebaut, die eine Zeit lang stabilisierend wirken. Die meisten Unternehmen agieren mittlerweile mit Dynamik, Augenmaß und Umsicht. Dabei ist Teil des Plans, nicht nur im Krisenmodus zu funktionieren, sondern auch bereits über Strategien für die Nach-Corona-Zeit nachzudenken.

 

Weitere Informationen finden Sie unter dem folgenden Link:

https://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastbeitrag-warum-deutschland-die-coronakrise-besser-meistern-wird-als-andere-laender/25778894.html?ticket=ST-17744-VNWAzSKkBoPTYZira3a5-ap1  

 

 

Türkei: Bau von Kliniken im Ausland

Der türkische Mobilfunkanbieter SDI Global LLC hat eine Ausschreibung in Höhe von 13,2 Millionen Euro für den Bau eines Feldkrankenhauses in Rumänien gewonnen. Der Bau ist Teil der Strategie gegen das Coronavirus. 

Insgesamt strebt das Unternehmen Verträge mit zwei Ländern der EU und drei Ländern des Nahen Ostens an. Dabei sollen Krankenhäuser im Wert von 61 Millionen Euro gebaut werden, so Adnan Colak, Vorstandsmitglied des Unternehmens.

Das Krankenhaus in Rumänien wird entsprechend des NATO-Standards gebaut. Die 250 Betten bestehen aus 103 Intensivbetten, 143 Halbintensivbetten, fünf Triagebetten und fünf Notfallbetten. Dazu wird das Krankenhaus über einen Radiologieraum, ein Labor und einen Operationsbereich verfügen. 

"Leider tragen viele Krankenhausstrukturen dazu bei, das Virus eher zu verbreiten als einzudämmen. Mit unserer neuen Technologie können wir sicherstellen, dass die Umgebung frei von Viren und anderen Mikropartikeln aller Art sein wird", so Colak.

 

Weitere Informationen finden Sie unter dem folgenden Link: 

https://www.hurriyet.de/news_tuerkisches-unternehmen-baut-kliniken-im-ausland91079_143536209.html 

 

 

Ifo-Institut: Jedes zweite Unternehmen beantragt Kurzarbeit

Hunderttausende Betriebe haben in der Coronakrise bereits Kurzarbeit beantragt. Wie stark die Pandemie Deutschlands Wirtschaft bereits infiziert hat, zeigt nun auch eine Umfrage des Ifo-Instituts. Die Hälfte der deutschen Unternehmen greift demnach bereits auf diese Hilfe zurück.

Die Auswirkungen auf verschiedene Branchen sind dabei unterschiedlich: Im Handel befinden sich Mitarbeiter derzeit bei 55 Prozent der Unternehmen in Kurzarbeit, in der Industrie 53 Prozent, bei den Dienstleistern 48 Prozent und auf dem Bau nur 37 Prozent.

Betroffen von Schließungen und Produktionsstopps sind wiederum 15 Prozent der Firmen. Einen Stellenabbau planten in der Industrie und bei den Dienstleistern jeweils 20 Prozent, im Handel 15 Prozent und nur 2 Prozent auf dem Bau. 84 Prozent der Unternehmen spürten einen Umsatzrückgang, nur 4 Prozent einen Anstieg. 

Im Handel befänden sich Mitarbeiter derzeit bei 55 Prozent der Unternehmen in Kurzarbeit, in der Industrie bei 53 Prozent, bei Dienstleistern 48 und auf dem Bau 37 Prozent. Diese Maßnahmen hätten 69 Prozent der Firmen veranlasst. Laut der Umfrage wird auch viel stärker auf das Arbeiten daheim gesetzt. 76 Prozent der Unternehmen würden das Homeoffice verstärkt nutzen.

 

Weitere Informationen finden Sie unter dem folgenden Link:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/corona-wirtschaft-50-prozent-der-deutschen-firmen-hat-laut-ifo-institut-kurzarbeit-eingefuehrt-a-352f77ad-761b-4109-bcad-98a7c0c1ecfb

 

 

Deutsche Arbeitskosten liegen ein Drittel über dem EU-Schnitt  

Deutsche Unternehmen müssen für ihre Arbeitnehmer relativ viel Geld ausgeben. 2019 wurden hierzulande je Arbeitsstunde durchschnittlich 35,90 Euro fällig, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.    

Im europäischen Vergleich ist die Arbeitsstunde in Deutschland jedoch leicht günstiger geworden. Während Deutschland gemessen am Lohndurchschnitt innerhalb der Europäischen Union 2018 noch auf Platz sechs lag, rangierte das Land 2019 auf Platz sieben (ohne Großbritannien).  

Im EU-weiten Durchschnitt waren den Angaben der Statistiker zufolge vergangenes Jahr 27,40 Euro pro Arbeitsstunde zu bezahlen. Die Arbeitskosten in Deutschland lagen 31 Prozent über diesem Wert, 2018 noch 32 Prozent.

Besonders gut sind den Zahlen zufolge die Gehälter in der deutschen Industrie. Im stark internationalem Wettbewerb ausgesetzten verarbeitenden Gewerbe kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland 2019 durchschnittlich 40,90 Euro. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war 47 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt, nach dem 27,90 Euro fällig wurden.  

Die wirtschaftlichen Dienstleistungen waren in Deutschland dagegen günstiger.  

Für letztere mussten Arbeitgeber laut Statistischem Bundesamt vergangenes Jahr für je 100 Euro Bruttolohn zusätzlich 27 Euro Lohnnebenkosten bezahlen. Dies ist weniger als der EU-Schnitt von 33 Euro. EU-weit liegt Deutschland damit auf Platz 13.    

 

Weitere Informationen finden Sie unter dem folgenden Link:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitskosten-in-deutschland-liegen-ein-drittel-ueber-dem-eu-schnitt-a-c81c6549-5803-4636-860f-d218773f26c7  

 

 

 

  

Graphiken des Monats

Zur Evaluation des wirtschaftlichen Zustands in Zeiten von Covid-19 hat NETU eine Telefonumfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt. Dabei wurde gewährleistet, dass die Informationen auf einer wissenschaftlich-empirischen Grundlage fungieren. Die erhobenen Daten sind zudem ein Indikator für die Wirksamkeit der staatlichen Fördermaßnahmen. Insgesamt wurden 147 Mitglieder aus diversen Branchen befragt.

Unter Beachtung des Datenschutzes sind nach der Aufbereitung der gesammelten Daten folgende Ergebnisse zustande gekommen:

(1) Die Frage, ob ihr Unternehmen wegen der Corona-Krise bedroht sei, bejahte eine Mehrheit von 105 Betrieben (72%). 28 Unternehmen (19%) waren nicht von der Corona-Krise bedroht. 14 Unternehmen (9%) wollten keine Angaben machen.

(2) Von den insgesamt 105 Unternehmen waren 88 (84%) teilweise bedroht. 17 Unternehmen (16%) waren existenziell bedroht, die überwiegend im Gastronomie-, Reise- und Kosmetikbereich tätig sind.

(3) Von den befragten Mitgliedern haben 110 Unternehmen (74%) Hilfs- und Förderprogramme beantragt. 37 Unternehmen (26%) haben keinerlei Hilfen beantragt.

(4)  52 Unternehmen haben nur Förderungen der IBB erhalten. 21 Unternehmen haben nur Kurzarbeitergeld beantragt. 31 der Unternehmen haben sowohl IBB-Förderungen als auch Kurzarbeitergeld beantragt. 6 Unternehmen haben Bankkredite aufgenommen.

 

 

 

BÖRSEN & WÄHRUNGSKURSE

 

1 EUR = 7,6512 TRY      30/04/2020
 

1 EUR = 1,0945 USD      30/04/2020

 

 

Istanbul Stock Exchange 100 / 3 Monate

         https://www.finanzen.net/index/ise_100 

 

DAX 30 Chart / 3 Monate

         https://www.finanzen.net/index/dax

 

Zitat des Monats

"In allem Schlechten steckt etwas Gutes.“

 

Cartoon des Monats