NETU informiert: „Automatischer Informationsaustausch über Finanzkonten zwischen Deutschland und der Türkei“

NETU informiert: „Automatischer Informationsaustausch über Finanzkonten zwischen Deutschland und der Türkei“

Was ist neu?

Zum ersten Mal wird die Türkei zum 31.12.2020 an dem „Automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten in Steuersachen (AIA) der Bundesrepublik Deutschland“ teilnehmen und entsprechende Informationen mit Deutschland austauschen.

 

Worum geht es?

Der jeweilige Empfängerstaat soll befähigt werden, mithilfe der ausgetauschten Informationen eine Besteuerung durchzuführen. Folgende Informationen werden künftig ausgetauscht:

  1. Name
  2. Anschrift
  3. Geburtsdatum
  4. Steuer ID
  5. Kontonummer
  6. Kontostand zum Ende des Kalenderjahres
  7. Etwaige Kapitalerträge einschl. Dividenden
  8. Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren für das betreffende Kalenderjahr

Betroffen sind die Informationen aus dem Kalenderjahr 2019. 

 

Wer ist betroffen?

Sie sind betroffen, wenn Sie:

Ihren Wohnsitz in Deutschland haben und gleichzeitig Inhaber eines Kontos in der Türkei sind und umgekehrt.

Es ist egal, welche Staatsangehörigkeit Sie besitzen.

 

Wann werden die Informationen ausgetauscht?

Der Informationsaustausch erfolgt zum 30.09. eines Jahres. Wegen der Coronakrise geschieht der Austausch dieses Jahr aber erst zum 31.12.2020.

 

Welche Folgen ergeben sich daraus für mich?

Falls die betreffenden Kapitalerträge der Besteuerung in Deutschland unterliegen und noch nicht versteuert wurden, wird eine Nachversteuerung für 2019 vom Finanzamt vorgenommen.

Außerdem werden von Ihnen folgende Auskünfte erwartet:

  1. Woher stammt das Kapitalvermögen?
  2. Welche Erträge wurden in der Vergangenheit erzielt?

Darauf basierend werden gegebenenfalls entsprechende Schätzungen im Rahmen der Nachversteuerung für die Vorjahre durchgeführt.

Außerdem könnte ein Steuerstrafverfahren eingeleitet werden. Unversteuerte Einnahmen aus Branchen wie Taxigewerbe, Gastronomie und Bauwirtschaft sind besonders anfällig.

Wenn die bekannten Kapitalerträge eine gewisse Größenordnung überschreiten, könnten das Fahndungsfinanzamt oder die Staatsanwaltschaft Durchsuchungen durchführen,

um Informationen wie Kontounterlagen aufzufinden. 

Im Zusammenhang mit dem Informationsaustausch und der möglichen Beschuldigung der Steuerhinterziehung gibt es auch die Möglichkeit einer Selbstanzeige, die aber im Einzelnen geprüft werden muss.

 

Weiterreichende Informationen zum Automatischen Informationsaustausch werden wir Ihnen im Rahmen der NETU Akademie mit geeigneten Beratungsveranstaltungen anbieten.